König der Stäbe
Traditionell eine warmherzige, ehrliche, gefestigte Gestalt, mitunter als Nachricht über ein unerwartetes Erbe gedeutet.
Aufrecht
- dunkler Mann
- freundlich
- Landmann
- verheiratet
- ehrlich
- gewissenhaft
In der ursprünglichen Deutung verweist diese Karte auf einen bestimmten Menschentyp: dunkel in der Erscheinung, warmherzig und direkt im Wesen, im Leben gefestigt (oft verheiratet, oft mit dem Land verbunden) und vor allem ehrlich, jemand, dessen Wort man vertrauen kann. Der blühende Stab, den er erhebt, deutet auf Lebenskraft hin, die Wurzeln geschlagen hat und aufgeblüht ist, und der Löwe in seinem Rücken steht für Mut. Waite verbindet die Karte außerdem mit Nachrichten über ein bald eintreffendes Erbe, ohne dies näher zu begründen.
Traditionelle Bedeutung.
Die Quelle beschreibt einen dunklen Mann, der freundlich ist, ein Landmann, meist verheiratet, ehrlich und gewissenhaft. Waite schreibt, die Karte bedeute immer Ehrlichkeit und könne auf Nachrichten über ein bald eintreffendes, unerwartetes Erbe hinweisen. Die Deutung ist an einen bestimmten körperlichen Typus (ein 'dunkler Mann') und eine soziale Rolle (ein verheirateter Landmann) gebunden statt an eine abstrakte Eigenschaft. Modernen Leserinnen und Lesern mag das seltsam konkret erscheinen, es sollte eher benannt als geglättet werden.
Symbolik
Das körperliche und seelische Wesen des Königs wird als dunkel, feurig, geschmeidig, lebhaft, leidenschaftlich und edel beschrieben. Er hält einen blühenden Stab erhoben und trägt unter seiner Krone eine Standesmütze, wie seine drei Gegenstücke in den anderen Farben. Auf der Rückseite seines Throns prangt ein Löwe, der ihn mit diesem Symbol verbindet.
In diesem Zusammenhang
- Eine Beziehung
- Traditionell gedeutet kann diese Karte auf eine Partnerin, einen Partner oder einen Einfluss hinweisen, der warmherzig, direkt und verlässlich statt auffällig ist, jemand, dessen Ehrlichkeit das auffälligste Merkmal ist. Die Verbindung zum 'meist verheiratet' kann als Anlass dienen, über Bindung und Sesshaftigkeit nachzudenken, nicht als Vorhersage eines bestimmten Ausgangs.
- Arbeit oder Lebensrichtung
- Die Verbindung der Karte zu Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit kann als Anstoß gelesen werden, über Integrität und beständigen, gefestigten Einsatz im Beruf nachzudenken, statt über plötzlichen Wandel.
- Eine Entscheidung, die ich abwäge
- Die Quelle verknüpft diese Karte vor allem mit Ehrlichkeit, was eine Frage aufwerfen kann, die es festzuhalten lohnt: Welchen Platz hat Aufrichtigkeit in der anstehenden Entscheidung?
- Etwas über mich selbst
- Das Bild eines blühenden Stabs, einer Lebenskraft, die Zeit hatte, Wurzeln zu schlagen und aufzublühen, kann dazu anregen, über eigene Eigenschaften nachzudenken, die bereits gereift sind, statt über solche, die sich noch im frühen Wachstum befinden.
Lass das auf dich wirken
- Wo in dieser Situation fühlt sich Ehrlichkeit am meisten auf die Probe gestellt oder am nötigsten an?
- Die Quelle beschreibt Lebenskraft, die aufgeblüht ist statt gerade erst zu beginnen, passt gerade etwas in deinem Leben zu diesem Bild?
- Waite verbindet ein leidenschaftliches, feuriges Wesen mit Gewissenhaftigkeit, erkennst du diese Kombination in dir selbst oder in jemandem, der dieser Frage nahesteht?
Umgekehrt
- feurig
- streng
- edle Strenge
- duldsam
- dunkle, leidenschaftliche Natur
- blühender Stab
Waite beschreibt diese Umkehrung nicht als einen Umschlag ins Schlechte, er nennt sie 'gut, aber streng'. Die Wärme und die Führungskraft sind noch da, aber sie sind an der Oberfläche härter und weniger nachsichtig geworden, auch wenn darunter etwas Duldsamkeit bleibt. Das kann auf eine Art von Führung oder Selbstdisziplin hindeuten, die im Kern fair, aber schroff in der Umsetzung ist.
Traditionelle Bedeutung.
Waite beschreibt den umgekehrten König der Stäbe als 'gut, aber streng; herb, doch duldsam', ein Gegensatzpaar, das nebeneinander bestehen bleibt, statt aufgelöst zu werden. Die Strenge und Herbheit werden nicht als Makel wegerklärt, sie stehen unmittelbar neben dem Guten und dem Duldsamen. Es ist ein härterer, verhaltenerer Ausdruck der dunklen, feurigen, leidenschaftlichen Noblesse des aufrechten Königs.
Symbolik
Der König wird als dunkel, feurig, geschmeidig, lebhaft, leidenschaftlich und edel in seiner körperlichen und emotionalen Natur beschrieben. Er hält einen blühenden Stab und trägt unter seiner Krone eine Amtsmütze, ein Rangzeichen, das er mit seinen Entsprechungen in den anderen drei Farben teilt. Auf der Rückseite seines Throns ist ein Löwe abgebildet, der ihn mit diesem Symbol für Mut und Befehlsgewalt verbindet. Umgekehrt wendet sich das Feuer derselben Gestalt nach innen, zu Strenge und Herbheit, wobei Waite dennoch Raum für Duldsamkeit darin lässt.
In diesem Zusammenhang
- Eine Beziehung
- In Beziehungsfragen kann dies eine Dynamik widerspiegeln, die eigene oder die einer anderen Person, in der Wärme vorhanden ist, sich aber durch Strenge, hohe Ansprüche oder eine reservierte Fassade zeigt. Waites 'herb, doch duldsam' legt eine Strenge nahe, die dennoch Raum lässt, statt sich ganz zu verschließen.
- Arbeit oder Lebensrichtung
- Dies kann auf einen Führungs- oder Autoritätsstil verweisen, der anspruchsvoll und streng in seinen Maßstäben ist, dabei aber im Grunde fair oder gut gemeint bleibt. Es kann sich lohnen zu überlegen, ob diese Strenge einem selbst gilt, von jemand anderem ausgeht, oder beides zutrifft.
- Eine Entscheidung, die ich abwäge
- Die Herbheit des umgekehrten Königs kann einen Moment widerspiegeln, der eine härtere, weniger nachsichtige Haltung verlangt als sonst, eine Haltung, die Waite dennoch als grundsätzlich gut, nicht strafend, beschreibt. Überlege, wo Festigkeit der Situation dient und wo sie einfach nur hart wirken könnte.
- Etwas über mich selbst
- Dies kann auf die strengere, disziplinierte Seite des eigenen Feuers hindeuten, eine Phase, in der man an sich selbst höhere, sogar strenge Maßstäbe anlegt, dabei aber weiterhin fähig bleibt, den eigenen oder fremden Schwächen gegenüber duldsam zu sein.
Lass das auf dich wirken
- Wo fühlt sich Strenge gerade notwendig an, und wo könnte sie eher Gewohnheit als Erfordernis sein?
- Waite nennt diese Karte 'gut, aber streng': Welche der beiden Seiten trifft deine heutige Situation eher?
- Kommt die Herbheit, die du wahrnimmst, von dir selbst, von jemand anderem, oder von beiden?
- Wie könnte es aussehen, Festigkeit und Duldsamkeit gleichzeitig zu halten, statt zwischen ihnen zu wählen?
Lass das auf dich wirken
Jede Bedeutung wird von uns geschrieben und stützt sich auf A. E. Waites gemeinfreies Werk The Pictorial Key to the Tarot (1910). Nichts erscheint hier, bevor es ein Mensch gelesen hat.
Kostenlose Karte ziehenQuelle: Arthur Edward Waite, The Pictorial Key to the Tarot (1910), public domain. King of Wands (S. 54). Wissensversion 0.1.0.