Neun der Schwerter
Eine quellennahe Karte von Kummer und gefühltem Scheitern, von Waite als vollkommene Trostlosigkeit beschrieben, ohne eingebauten Trost.
Aufrecht
- Trostlosigkeit
- Klage
- Kummer
- Verzweiflung
- Verzögerung
- Enttäuschung
Waites Karte zeigt eine einsame Gestalt, die sich aufrichtet vor Kummer, Schwerter schweben über ihr, und seine eigene Liste dazu ist schonungslos: Er nennt Tod, Ruin, eine verlorene Schwangerschaft, Verzögerung, Täuschung, Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit, alles auf einmal. Diese Karte beschönigt er nicht; er nennt sie vollkommene Trostlosigkeit und belässt es dabei. Schlicht gelesen kann sie auf eine Phase seelischer Qual oder eine Reihe gefühlter Rückschläge und Misserfolge hindeuten, in der Kummer total und isolierend wirkt statt geteilt oder leicht erklärbar. Die traditionelle Bedeutung bietet für sich genommen keinen Trost, sie benennt einen Zustand, scharf und klar.
Traditionelle Bedeutung.
Die Quelle nennt folgende Wahrsagebedeutungen: Tod, Scheitern, Fehlgeburt, Verzögerung, Täuschung, Enttäuschung, Verzweiflung. Waite mildert diese Liste nicht ab und bietet keinen Hoffnungsschimmer; sie wird schlicht als Karte des Verlusts und gescheiterter Ausgänge dargestellt, zusammengefasst unter 'vollkommene Trostlosigkeit'. Wer sich streng an die Quelle hält, muss diese Härte stehen lassen, statt sie in etwas Milderes zu übersetzen.
Symbolik
Eine Frau sitzt auf ihrem Lager, in klagender Haltung, über ihr sind neun Schwerter aufgereiht. Waite schreibt, sie sei 'wie eine, die keinen Kummer kennt, der ihrem gleicht', ihr Leid ist vollständig und, in dem dargestellten Moment, ohne Vergleich oder Gesellschaft. Die Schwerter schweben über ihr, statt direkt auf sie einzuwirken; die Szene zeigt einen Geist oder eine Nacht, der oder die sich ganz dem Kummer hingibt, was Waite unumwunden als 'eine Karte vollkommener Trostlosigkeit' bezeichnet.
In diesem Zusammenhang
- Eine Beziehung
- Waites Liste umfasst Enttäuschung und Täuschung, was im Beziehungskontext auf gefühlte Enttäuschung, gebrochenes Vertrauen oder Trauer über den Verlauf von etwas hindeuten kann, symbolisch gelesen, nicht als Aussage darüber, was eine andere Person tatsächlich getan hat.
- Arbeit oder Lebensrichtung
- Verzögerung und Scheitern erscheinen direkt in den Quellbedeutungen, was einen Rückschlag, einen ins Stocken geratenen Plan oder ein Projekt widerspiegeln kann, das nicht wie erhofft verlaufen ist, wert, sich damit offen auseinanderzusetzen, statt darüber hinwegzugehen.
- Eine Entscheidung, die ich abwäge
- Die Bildsprache zeigt einen Geist, der ganz von Klage erfüllt ist, statt Optionen abzuwägen; traditionell ist dies keine Karte klarer Entscheidungsfindung, und sie kann einen Moment widerspiegeln, in dem Verzweiflung oder Sorge die Fähigkeit zur Entscheidung überlagert.
- Etwas über mich selbst
- Waites 'vollkommene Trostlosigkeit' lässt sich als Bezeichnung für eine Nacht oder eine Phase lesen, die ganz von Kummer oder Selbstvorwürfen eingenommen ist; dies offen anzuerkennen, statt es kleinzureden, kommt dem näher, was die Quelle beschreibt.
Lass das auf dich wirken
- Beschreibt 'vollkommene Trostlosigkeit', wie du dich gerade fühlst, oder fühlt es sich schwerer an als das?
- Waite nennt Scheitern, Verzögerung und Enttäuschung zusammen, passt eines davon besser als die anderen?
- Die Gestalt auf dieser Karte trauert allein, niemand sonst ist in der Szene, wirkt diese Isolation vertraut?
- Gibt es eine bestimmte Sorge oder einen Verlust, an den dich diese Karte erinnert?
Umgekehrt
- Gefangenschaft
- Argwohn
- Zweifel
- berechtigte Angst
- Scham
- Trostlosigkeit
Die Quelle verbindet diese Umkehrung mit einer Reihe harter, konkreter Begriffe: Gefangenschaft, Argwohn, Zweifel, eine Angst, die der Text als berechtigt bezeichnet, und Scham. Umgekehrt gelesen kann die Karte auf ein Gefühl von Eingesperrtsein oder Gefangensein hindeuten, auf Zweifel an sich selbst oder anderen, und auf Argwohn oder Scham, die sich begründet anfühlen statt übertrieben. Das dahinterliegende aufrechte Bild zeigt eine sitzende Gestalt in offener Klage, Schwerter über ihr schwebend, dieses Gewicht der Trauer bleibt auch in der Umkehrung bestehen.
Traditionelle Bedeutung.
Waite nennt als umgekehrte Bedeutungen Gefangenschaft, Argwohn, Zweifel, berechtigte Angst und Scham. Bemerkenswert ist, dass er die Angst als 'berechtigt' bezeichnet und nicht als irrational, die Quelle relativiert sie also nicht zu einer bloßen, abzutuenden Sorge. Scham und Argwohn werden klar benannt, ohne Beschönigung, neben dem härteren Bild der Gefangenschaft.
Symbolik
Das aufrechte Bild zeigt eine Gestalt, die klagend auf ihrem Lager sitzt, über ihr die neun Schwerter aufgereiht, beschrieben als eine, die keinen Kummer kennt wie den ihren, eine Karte tiefster Trostlosigkeit. Waite gibt kein eigenes Bild für die Umkehrung an, die umgekehrten Bedeutungen werden als Variation derselben Szene aus Trauer und den über der sitzenden Gestalt schwebenden Schwertern gelesen.
In diesem Zusammenhang
- Eine Beziehung
- Der hier genannte Argwohn und Zweifel können sich darin zeigen, wie Vertrauen in einer Beziehung gewährt wird oder nicht. Die Quelle sagt nicht, ob dieser Argwohn begründet ist, dieses Urteil liegt bei der lesenden Person, nicht bei der Karte.
- Eine Entscheidung, die ich abwäge
- Zweifel und berechtigte Angst können eine anstehende Entscheidung schwerer machen. Eine Möglichkeit, dies zu lesen, ist als Einladung, konkret zu benennen, worauf sich der Zweifel eigentlich bezieht, statt ihn vage zu lassen.
- Etwas über mich selbst
- Scham wird in der Quelle direkt benannt, ohne Abfederung. Sich mit dem auseinanderzusetzen, worauf dieses Wort verweist, statt daran vorbeizugehen, kann Teil dessen sein, wonach diese Karte fragt.
Lass das auf dich wirken
- Wo in deinem Leben fühlt sich gerade etwas einengend an, und sei es nur im Kleinen?
- Die Quelle nennt die Angst hier 'berechtigt': passt dieses Wort zu dem, was du fühlst, oder fühlt es sich anders an?
- Gibt es einen Argwohn oder Zweifel, den du mit dir trägst, den du dir noch nicht direkt angeschaut hast?
- Was würde es bedeuten, die Scham hier zu benennen, statt an ihr vorbeizugehen?
Lass das auf dich wirken
Jede Bedeutung wird von uns geschrieben und stützt sich auf A. E. Waites gemeinfreies Werk The Pictorial Key to the Tarot (1910). Nichts erscheint hier, bevor es ein Mensch gelesen hat.
Kostenlose Karte ziehenQuelle: Arthur Edward Waite, The Pictorial Key to the Tarot (1910), public domain. Neun der Schwerter (S. 87). Wissensversion 0.1.0.